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Der Erfurter Flughafen eröffnet einen innovativen Ladepark für Elektrofahrzeuge

© Martin Käßler, Fraunhofer IOSB-AST

Der Erfurter Flughafen eröffnet einen innovativen Ladepark für Elektrofahrzeuge mit sechs Ladestationen im Parkhaus am Flughafen. Das Besondere: der Ladepark ist als Demonstrator für neue Technologie zum Laden von Elektrofahrzeugen gedacht.

Am 26.11.2020 trafen sich die Fuhrparkmanager verschiedener Erfurter Unternehmen, insbesondere des anliegenden Büroparks Airfurt und am Flughafen ansässiger Firmen, um sich über die Möglichkeiten zum Laden von Dienstwagen und Mitarbeiterfahrzeugen zu informieren. 

Prof. Dipl.-Ing. Gerd Stöwer, Geschäftsführer der Flughafen Erfurt GmbH, begrüßt den für das Projekt gewählten Standort am Flughafen: „Mit einer hohen Kapazität an Parkflächen, die bereits durch die Mitarbeiter ansässiger Firmen des Büroparks und Flughafenkunden gern genutzt werden, bietet das nachhaltige Projekt nun zudem einen hohen Mehrwert für die Nutzer von E-Mobilität. Wir freuen uns, ein Teil des Fortschritts sein zu können.“

Mit der Eröffnung des Ladeparks schafft die Flughafen Erfurt GmbH nicht nur neue innovative Angebote rund um den Flugbetrieb, sondern ermöglicht Thüringer Entwicklern im Bereich Elektromobilität die Erprobung neuer Ladekonzepte.

So werden beispielsweise für das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt ALEC Lastsimulationen für die neu entwickelten, elektrischen Vorfeldfahrzeuge von Multicar ermöglicht. Für ein anderes vom Land Thüringen gefördertes Vorhaben stellt der Ladepark die Basis für einen sogenannten virtuellen Parkhausspeicher dar. 

Mit dem Virtuellen Parkhausspeicher wollen die Forscher vom Fraunhofer IOSB-AST die Möglichkeiten einer Unterstützung von Energienetzbetreibern erforschen. Der Ladepark bietet dazu, durch zeitliche Verschiebung des Ladevorgangs, die Option, Lastverläufe anzupassen und diese entsprechend zu verschieben (negativer Speicher). Virtuell wird der Speicher dann, wenn zukünftig mehrere Ladeparks in Erfurt vernetzt und gemeinsam gesteuert werden.

Als ausschließlich Thüringisches Forschungsprojekt wird das "VPS - Virtueller Parkhausspeicher" seitens der Jenaer JustOn GmbH durch ein Abrechnungssystem unterstützt. Eine Bezahlung des Ladevorgangs kann somit via Smartphone erfolgen. Die eichrechtskonforme Ladetechnik wird durch die EFR GmbH aus Wutha-Farnroda zur Verfügung gestellt. Sie befindet sich aktuell im Entwicklungsprozess. Daher wurde bei der heutigen Inbetriebnahme der Ladeboxen auf das Know-how eines Berliner Start-ups gesetzt. 

Das Projekt Virtueller Parkhausspeicher wird als Entwicklungsvorhaben durch eine Förderung des Freistaats Thüringen und eine Kofinanzierung durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Zeitraum vom Januar 2019 bis Juni 2021 gefördert. 

Durch die enge Zusammenarbeit von EFR GmbH, JustOn GmbH, Flughafen Erfurt GmbH und den Forschern des Fraunhofer IOSB-AST ist eine Lösung entstanden, die den Kunden des Flughafens sowie den  anliegenden Gewerbetreibenden neue, umweltbewusste Mobilität ermöglicht. Für die Thüringer Entwickler ergeben sich wichtige Chancen für die Erprobung ihrer Entwicklung. 

Die Einweihungsveranstaltung fand unter strengen Infektionsschutzmaßnahmen statt. In Einzeldemonstrationen wurden den potenziellen Nutzern das Projekt und die praktische Anwendung präsentiert. Die Gäste konnten sich vom Mehrwert der Innovation überzeugen und diese in ihre betrieblichen Mobilitätsplanungen einbeziehen.